Kinder lernen Erste Hilfe
ASB-Kurs vermittelt lebensrettende Fähigkeiten in Kitas
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Fröhliches Lachen hallt durch die Werkstatt-Kita Lerchenstraße in Hamburg. Eine kleine Gruppe Vorschulkinder hüpft erwartungsvoll die Treppe zur Rollenspielwerkstatt hinauf. Dort wartet bereits Joshua auf die Kinderschar. Der 18-Jährige absolviert seit September sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Breitenausbildung beim ASB. Heute möchte er den Fünf- bis Sechsjährigen wichtige Kenntnisse in Erster Hilfe vermitteln.
„Seit zwei Jahren gibt es diesen Kurs für unsere Brückenkinder, um sie fit für die Schule zu machen“, erzählt Katrin Ringer. „Die Mädchen und Jungen freuen sich schon lange darauf“, so die Kita-Leiterin weiter.
Und das merkt man der Rasselbande auch an. „Wer von euch hat sich schon mal verletzt?“, fragt Kursleiter Joshua in die Runde. Schnell schießen die Arme nach oben. „Ich habe mir schon mal das Knie verletzt. Ich bin hingefallen und die Hose war kaputt. In der Kita gab es dann ein Pflaster“, erzählt die fünfjährige Lorelei. Lolle (5) hat sich mit dem Messer geschnitten, und Valentin ist mit dem Laufrad gestürzt und auf die Nase gefallen. „Das hat so stark geblutet, dass ich ins Krankenhaus musste“, sagt der Sechsjährige.
„Warum muss man ins Krankenhaus?“, will Joshua von den Kindern wissen. „Dort gibt es die besten Ärzte, wenn man sich verletzt hat und es sehr weh tut", antwortet Valentin. „Und dann wird man auch von einem Krankenwagen abgeholt“, ergänzt Heinke noch ganz schnell. „Aber woher weiß der, wo er hinmuss?“, fragt Joshua zurück. Wieder heben die Kinder die Hände. „Man ruft die 112 an und sagt, was die wissen wollen“, erklärt Nico ganz stolz. „Auf keinen Fall darf man mittendrin auflegen, erst wenn sie es sagen“, ergänzt Lorelei. Auch über die Fahrt eines Rettungswagens wissen die meisten schon Bescheid: Alle anderen Autos müssen Platz machen, und bei Rot darf nur ein Rettungswagen mit Blaulicht fahren.
Joshua ist sichtlich stolz auf seine Kindergruppe. „Ihr kennt euch ja schon richtig gut aus. Ihr wisst, wo ihr wohnt, welche Nummer ihr wählen müsst“, lobt er die Kleinen. Und dann wird es wieder spannend. Der FSJler will wissen, wie man jemandem hilft, der auf dem Boden liegt, und holt eine Rettungsdecke heraus. Neugierig scharen sich die Kleinen um ihn. Vorsichtig wird die Decke ausgepackt. Zuerst darf Heinke den Verletzten spielen und Joshua zeigt, wie die Rettungsdecke richtig angelegt wird. Dann werden nacheinander alle Kinder einmal eingewickelt oder helfen dabei.
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Danach steht die richtige Wundversorgung auf dem Programm. Gespannt sitzen die Fünf- und Sechsjährigen auf ihren Plätzen. Kita-Leiterin Katrin hat sich den Kopf an der Schaukel gestoßen. Während Joshua der Gruppe zeigt, wie man eine Kompresse auf die Wunde legt, hat Helferin Nico schon das Dreiecktuch vorbereitet. Schnell wird es wie ein Piratentuch um den Kopf gewickelt und an den beiden Enden zusammengezogen. Die Kinder fangen an zu lachen, als sie ihre Kita-Leiterin so sehen. Mit einer Mischung aus Ernst und Spaß geht es dann ans Pflasterkleben. Jeder Schritt wird behutsam erklärt und aufmerksam und mit Eifer von den Kindern aufgenommen.
Am Ende des Kurses bekommen alle Teilnehmenden noch ein Geschenk: Pflaster, Kompresse, Dreiecktuch und Verband, um zu Hause mit Mama und Papa weiter zu üben. Durch die spielerische Heranführung an das Thema verlieren die Kinder auch die Angst, anderen zu helfen, weil sie wissen, wie sie im Notfall richtig reagieren müssen.
Auch für Joshua sind die Kurse eine Bereicherung. „Ich lerne viel dabei und habe mich menschlich unglaublich weiterentwickelt“, fasst er die vergangenen Monate zusammen. Die Kurse mit den Kindern seien mit das Schönste an seinem FSJ. Die Ehrlichkeit der Kinder und ihre spontanen Antworten begeistern ihn immer wieder.
Weitere Informationen unter: www.asb.de/eh-kurs
Text: Nadine Koberstein