ASB Magazin
März 2024
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Innerhalb von 60 Sekunden einsatzbereit

Notfallsanitäterin Natalie Ebert lebt ihren Beruf mit Leidenschaft

© Dorothee Faißt

Innerhalb von 60 Sekunden einsatzbereit 

Notfallsanitäterin Natalie Ebert lebt ihren Beruf mit Leidenschaft

„Wenn der Alarm mit höchster Dringlichkeit ausgelöst wird, sitzen wir innerhalb von 60 Sekunden im Fahrzeug und sind unterwegs zum Einsatzort“, berichtet Natalie Ebert. Sie ist Notfallsanitäterin beim ASB Westhessen.

Es ist 6:30 Uhr morgens und Natalie beginnt ihre Schicht in der Rettungswache Niedernhausen. Sie informiert sich bei ihren Kolleg:innen über die Einsätze der letzten Nacht, bevor sie die Materialien im Rettungswagen überprüft. Im Einsatz muss jeder Handgriff sitzen, denn es geht oft um Menschenleben. Gerade deswegen übt sie ihren Beruf mit Leidenschaft aus: Sie will Menschen in Not helfen.

Erfolgreicher Abschluss der Ausbildung 
Als Notfallsanitäterin verfügt sie über die höchste Qualifikation im Rettungsdienst, die nicht ärztlich ist. Mit 16 Jahren absolvierte sie ihren Schulabschluss, war aber noch zu jung für den Rettungsdienst. Deshalb überbrückte sie die Zeit mit einer zweijährigen Ausbildung zur staatlich anerkannten Sozialassistentin. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut hat, denn die Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigungen/Behinderungen habe ihr wertvolle Erfahrungen gebracht. Anschließend erwarb die junge Frau die Qualifikation zur Rettungsassistentin und bestand Ende 2019 die Prüfung zur Notfallsanitäterin.

Natalie denkt noch oft an ihren ersten Einsatz als Praktikantin im Rettungsdienst zurück: eine Wohnhausexplosion, zu der sie gemeinsam mit Kolleg:innen und der örtlichen Feuerwehr ausrückte. Die 30-jährige Notfallsanitäterin spürt noch heute die große Anspannung von damals, als sie eine Frau mit schweren Brandverletzungen entdeckten, die hinter einer Tür im Gebäude eingeklemmt war, aber schon von Ersthelfer:innen befreit werden konnte. „Bei diesem Einsatz habe ich viel erlebt und gesehen. Die Bilder und Gerüche sind noch präsent“, sagt sie. Die Nachbesprechung des Einsatzes habe ihr geholfen, alles zu verarbeiten.

Kollegiales Miteinander 
Der Gedanke an ihre Kolleg:innen bringt die junge Frau zum Strahlen: „Wir sind ein tolles Team und können jederzeit über Erlebnisse reden – das ist sehr hilfreich. Wir haben ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zueinander. Da wir bei der Arbeit viel Zeit gemeinsam verbringen, ist das natürlich wichtig. Und zum Glück haben wir eine niedrige Fluktuation bei unseren Kollegen und Kolleginnen“, berichtet sie.

Inzwischen ist Natalie auch Ansprechpartnerin und Praxisanleiterin für die Auszubildenden und gibt dort Erfahrung und Wissen weiter. Resümierend sagt sie: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job, denn ich habe viel Verantwortung und jeder Tag ist anders.“


Text: Dorothee Faißt