ASB Magazin
September 2024
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© Yurii Chyrychenko

Frankfurt als neue Heimat

Ukrainische Familie findet Schutz und Integration

„Wir beschlossen, in Deutschland Schutz vor dem Krieg zu suchen“, erzählt der Familienvater. „Unsere Kinder waren krank, weil sie während der Luftangriffe so viel Zeit im Keller verbracht hatten. Wir machten uns große Sorgen, wie sie die Reise überstehen würden. Aber wir konnten nicht länger in unserer Heimat bleiben.“

Im März 2022 kam Familie Chyrychenko am Frankfurter Hauptbahnhof an. Die Eltern waren mit ihren Kindern, zwei Töchtern im Grundschulalter, vor dem Krieg in der Ukraine geflohen.

Nach ihrer Ankunft wurde die Familie in der Übergangsunterkunft für Geflüchtete des ASB in Frankfurt umfassend unterstützt. „Wir sprechen mit den Menschen über ihre Sprachkenntnisse, Interessen und beruflichen Erfahrungen. Unser Ziel ist eine Integration durch Hilfe zur Selbsthilfe, indem wir die Geflüchteten an geeignete Stellen vermitteln“, so Tetyana Kyzyma, stellvertretende Einrichtungsleitung. „So lernen die Geflüchteten unsere Strukturen und Abläufe am besten kennen.“ Die Familie erhielt Unterstützung bei Behördengängen sowie bei der Beschaffung und dem Ausfüllen notwendiger Dokumente. Die Kinder wurden medizinisch versorgt. 

Neben den hoch qualifizierten Abschlüssen des Vaters, der in der Ukraine als Professor und Doktor der Wissenschaften an einer Finanzuniversität tätig war, war das Erlernen der deutschen Sprache ein zentraler Punkt. „Meine Frau und ich besuchten eine Sprachschule, die wir im Sommer 2023 erfolgreich abgeschlossen haben“, erzählt er stolz. Auch die Kinder machten große Fortschritte und erhielten Zertifikate über Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1.

Oberste Priorität hatte für die Eltern neben dem Erlernen der deutschen Sprache die Arbeitssuche. Der Familienvater ist seit Januar 2023 unbefristet bei der Deutschen Bank angestellt, seine Frau fand Anfang 2023 eine Teilzeitstelle als Lehrerin einer UKEA-Klasse – ein freiwilliges Angebot an Schulen, in dem die Sprach- und Kulturvermittlung in ukrainischer Sprache im Zentrum steht.

Nach eineinhalb Jahren intensiver Suche hat die Familie nun eine eigene Wohnung gefunden. „Wir sind sehr glücklich und fühlen uns in unserem neuen Zuhause sehr wohl“, berichten die Chyrychenkos. 

Auf die Frage, welchen Rat sie Menschen geben würden, die neu in Deutschland sind, antworten sie: „Sucht euch Arbeit und nutzt jede Gelegenheit, um eure Deutschkenntnisse zu verbessern. Die Menschen hier sind offen und hilfsbereit. Nehmt diese Unterstützung an, um euch eine neue Zukunft aufzubauen.“


Text: Julia Dinh

Kontakt Integrationsförderung

Thomas Müffke
ASB-Regionalverband Frankfurt 
Bereichsleitung Integration und Migration
Tel.: 0160/2525976

www.asb-frankfurt.de/integration

Deutsch- und Integrationskurse für Migrant:innen aus aller Welt finden Sie bei der ASB Lehrerkooperative gGmbH in Frankfurt (Innenstadt-Zeil, Gallus und Niederrad): 
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